Panama – spontane Stadtrundfahrt

Panama Stadt

Vor zwei Wochen war eine Lehrerin aus Costa Rica in der Schule zu Gast, die mit dem Lehrkörper Workshops durchführen sollte. Wir beschlossen einen freien Tag zu nutzen, um zum Panamakanal zu fahren, der mir auf meiner unendlichen To-Do-List noch fehlte und für Noilly, die zum ersten Mal Panama besuchte, ebenso interessant war. Mangelhafte Kenntnisse des Stadtbussystems und Jetzt-auch-schon-egal-Mentalität machten aus der geplanten Kanalbesichtigung schließlich einen ganztägigen Stadtausflug.

Miraflores-Schleusen | Panama

Frisch um acht Uhr morgens verließen wir das Schulgelände und nahmen den Bus zur Bus-Terminal in der Hauptstadt. Weiter ging es mit dem Taxi zu den Miraflores-Schleusen des Panamakanals. Dort angekommen staunten wir gar nicht schlecht über den Besucherandrang, der wohl zu erwarten gewesen war. Wir kämpften uns durch gaffende Gruppen auf der Aussichtsplattform, durch ins Lesen vertiefte Gruppen im Museumsbereich und durch shoppende Gruppen im Souvenirladen. Nachdem wir zu dem Schluss gekommen waren, alles gesehen zu haben, wofür wir Eintritt bezahlt hatten, ging es mit dem Taxi zurück zur Bus-Terminal, wo wir im angrenzenden Einkaufszentrum Albrook-Mall zu Mittag aßen.

Casco Viejo | Panama

Der  Taxifahrer hatte uns den Floh ins Ohr gesetzt, noch andere Sehenswürdigkeiten in der Stadt zu besichtigen – natürlich in der Hoffnung, uns auch gleich dorthin kutschieren zu dürfen. So beschlossen wir, in die Altstadt (Casco Viejo) zu fahren, wenn auch mit dem Stadtbus. Dort spazierten wir durch die teils sehr schön restaurierten Gassen und die schattige Allee am Meer, wo traditionelles Kunsthandwerk verkauft wird. Passend zur Vormittagsbesichtigung ließen wir auch das in der Altstadt angesiedelte Kanalmuseum nicht aus.

Während vom Busbahnhof (la Terminal) die Busse direkt in die Altstadt fahren, sind für den Rückweg zwei Busse notwendig. Mit mir als Stadtführer war es nicht weiter verwunderlich, dass wir die als Umstiegsstelle dienende Straße 5 de Mayo verpassten. Einige Stationen weiter stiegen wir dann doch aus dem Bus aus, und siehe da: Wie es der Zufall so will, handelte es sich um eine der eher spärlich verteilten Haltestellen, die der erst vor wenigen Monaten in Panamá eingeführte Metrobus anfährt. Da sich hinter uns gerade eine dieser topmodernen, mobilen Klimaanlagen näherte, nutzten wir die Chance, die neuen, komfortablen und fünf Mal so teuren Stadtbusse zu testen.

Hochäuser in Panama

Sanft wie auf Wolken schob sich der Bus durch den geschäftigen Spätnachmittagsverkehr der Hauptstadt. Spätestens als wir uns der Cinta Costera – der Schnellstraße entlang der Küste – näherten, wusste ich, dass wir obendrein auf der falschen Straßenseite zugestiegen waren, und uns der Bus von unserem Ziel weiter weg- statt hinbringen würde. Die Cinta Costera ist aber immer eine Fahrt wert, so dass wir beschlossen, sitzen zu bleiben und die Aussicht zu genießen: Rechter Hand die orange leuchtende Sonne über dem Meer, auf der linken Seite die futuristischen Hochhäuser des Geschäfts- und Hotelviertels Panamas.

Las Mañanitas | Panama

Als wir uns nach einer dreiviertelstündigen Fahrt in der Nähe des internationalen Flughafens Tocumen über 20 km von Panama City entfernt wiederfanden (Endstation, bitte alle aussteigen), staunten wir nicht schlecht. Ein paar Häuser, staubige Straßen, hin und wieder ein klappriger Bus, der vorbeikommt. Vom abgelegenen Las Mañanitas wieder nach Panama Stadt zurück zukommen dauerte über eine Stunde. Macht ja nichts, dafür sieht man umso mehr.

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